Pressebericht der Hildesheimer vom 10.03.2007

Streit um Zuschüsse für Sportvereine

Ausschuss für Sport, Kultur und Feuerschutz diskutiert über nachträgliche Zuwendungen

Sarstedt (cha). Die Stadt soll dem TKJ Sarstedt bei der Modernisierung der Heizungsanlage und der Renovierung des Bühnenraums in der Otto-Gott-Turnhalle finanziell unter die Arme greifen. Das hat der Ausschuss für Sport, Kultur und Feuerschutz in seiner Sitzung am Donnerstag einstimmig empfohlen.
Hintergrund ist eine Vereinbarung zwischen Stadt und Sportverein, wonach die Grundschule Kastanienhof die Turnhalle für den Sportunterricht nutzen darf. Im Gegenzug hat sich die Stadt dazu verpflichtet, sich an der Renovierung mit 30 Prozent der Kosten zu beteiligen. Die Gesamtkosten belaufen sich auf 83 500 Euro. Der Anteil der Stadt hieran beträgt also rund 25 000 Euro. Auch die FSV hat einen Antrag auf Unterstützung gestellt. Sie will für den Bau ihres Regieraums auf der Doppelgarage der Schulsportanlage des Landkreises einen Zuschuss in Höhe von rund 13 500 Euro haben. Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 45 000 Euro. „Ein bisschen Bauchschmerzen habe ich schon bei der Sache“, sagte Ausschussvorsitzender Achim Bäte (SPD). Damit sprach er den meisten Ratsherren aus der Seele. „Wofür brauchen die denn den Regieraum?“, fragte Eberhard Will (BfS). Verärgert reagierten Vertreter aller Parteien darauf, dass der Antrag anscheinend Rechenfehler enthielt. „So kann ich damit nichts anfangen“, polterte Harry Heimann (SPD). Der Ausschuss stellte den Beschluss zunächst zurück.
Für heftige Diskussionen unter den Politikern sorgten zudem zwei Anträge von TKJ Sarstedt und FC Ruthe. Die Vereine bitten für Maßnahmen, die bereits abgeschlossen sind, nachträglich um Geld. Dies sei bisher noch nie geschehen, erklärte Fachbereichsleiter Horst-Dieter Schelper. Bei dieser Entscheidung sei allerdings zu berücksichtigen, dass der Ausschuss einen Präzedenzfall für künftige Anträge von Sportvereinen schaffen würde, hatte Schelper den Ratspolitikern bereits in der Beschlussvorlage eröffnet.
Rund eine halbe Stunde diskutierten die Politiker darüber, die Anträge gleich abzuschmettern („das wird ein Schneeball, der wird so groß, dass wir uns daran verschlucken“) oder zunächst mit Vertretern der Vereine darüber zu sprechen.
Mit Befremden reagierten alle Fraktionen darauf, dass beide Vereine niemanden zur Sitzung entsandt hatten. „Wir sollen mit ihnen sprechen, aber sie halten es nicht für nötig, zu dieser öffentlichen Sitzung jemanden zu schicken?“, kritisierte Thomas von Einem (CDU) verärgert. Gemeinsam mit Eberhard Will versuchte er, die Anträge abzuschmettern. Doch mit Mehrheit sprach sich der Ausschuss dafür aus, zunächst noch einmal mit den beiden Vereinen zu sprechen.

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