Ruthe(jd). Lediglich 33 Mitglieder fanden sich zur Jahreshauptversammlung des FC Ruthe am Samstagabend im Dorfgemeinschaftshaus Ruthe ein, um sich über die Ausrichtung des Vereins zu informieren. Vereinspräsident Walter Drescher zeigte sich enttäuscht über den schwachen Zulauf an Interessierten des Abends, versuchte dies aber unter anderem mit weiteren Veranstaltungen am Abend in der Umgebung zu erklären. „Der Verein wird von den meisten Mitgliedern auch nicht mehr gelebt“, so Drescher.

Das Ehrenamt lasse sich nicht mehr so einfach besetzen. „Viele Mitglieder, besonders die aktiven, wollen einfach nur ihren Sport nachgehen, -zum Sportplatz kommen, trainieren, und dann gleich wieder weg- und mehr nicht“. Das der Verein eine Fülle von Aufgaben zu erledigen habe, dafür gebe es nicht mehr viele Ehrenamtliche, und wenn, dann seien es immer nur dieselben. „Der Verein werde Geld in die Hand nehmen müssen, um auch die kleinen Aufgaben des Vereins abarbeiten zu können. „Um eine Beitragserhöhung werden die Mitglieder langfristig nicht drum herum kommen“,  so Drescher.

Über den vor über 2 Jahren zusammen mit dem 1.FC Sarstedt beantragten Kunstrasenplatzplatz konnte Drescher keine weiteren Aussagen machen. „Eine Machbarkeitsstudie ist fertig, mehr aber auch nicht“. In Anbetracht der geplanten Eisenbahnunterführung, sowie einer neuen Studie des Landkreises über einen Bedarfsplan der Vereine geht Walter Drescher davon aus, dass sich bezüglich des Kunstrasenplatzes mittelfristig nichts geschehen werde.

Während die Tischtennissparte von Spartenleiter Thomas Müller sich positiv entwickelt und mit mittlerweile 3 Mannschaften wächst, so stellte Jugendwart Thomas Germer ernüchternd fest, dass die Ruther Fußballjugend stark schrumpfe. Hatte  der FC Ruthe zum Saisonstart noch 12 Jugendteams am Start, so sind es aktuell nur noch 6 Teams. „Wir können die Jugendlichen nicht halten, wenn wir sie besonders über die Wintermonate nicht regelmäßig ausbilden können, so Germer. „Erst vor 2 Tagen mussten wir die U 13 abmelden, da nicht mehr genügend Aktive Interesse gezeigt haben“. Das Problem erörterte Walter Drescher im Vorfeld bereits. Er beklagte besonders den Zustand der Hallennutzungszeiten, bei dem der FC Ruthe nicht ausreichend Möglichkeiten für den Jugendbereich erhalte. „Seit 10 Jahren bewegt sich beim Belegungsplan nichts,“ so Drescher. Auf die Folgen verwies Germer im Anschluss. „Die Jugendlichen hören mit Fußball auf, oder orientieren sich um. Derzeit besteht die Ruther Jugend aus jeweils einer männlichen A, B, C, E und F- Jugend sowie eine B- Juniorinnen Mannschaft.

Im Übrigen geht Ruthes Jugendwart Thomas Germer  mit positivem Beispiel voran und hat das Amt des Staffellleiters im Landkreis Hildesheim im Bereich Mädchenfußball ehrenamtlich übernommen.

Auf sinkende Mitgliederzahlen verwies auch Kassenwart Heinz Höhne. So seien die Mitglieder von 425 im Jahr 2017 auf 391 im aktuellen Zeitraum geschrumpft. Der Ruther Verein konnte aus steuerrechtlichen Gründen in der Vergangenheit „nur das nötigste investieren, nicht jeder Wunsch wurde organisiert“, so Höhne. Die Kassenlage habe sich daher etwas entspannt.

Wie die sportliche Lage mit Trainingsmöglichkeiten besonders auch in den Wintermonaten verbessert werden könne, darüber diskutierte die Versammlung länger als die eigentliche Tagesordnung selbst dauerte. Der Vorstand wurde beauftragt, Möglichkeiten und Kosten zu erfragen, den A-Platz des Jahn-Sport-Park mit dem Bau einer weiteren Flutlichtanlage zu komplementieren, um die beleuchtete Flächen zu erweitern und Ausweichmöglichkeiten zu schaffen.

Zum „Mitglied des Jahres“ kürte der Verein Jens Günther, der als Verantwortlicher des Vereins bei der letztjährigen Coca-Cola Deckelaktion dafür Sorge trug, dass der Verein unter anderem mit einer kleinen Gruppe eine Wochenendfahrt zum Bundesligisten Borrussia Mönchengladbach inklusive Profitraining und Besuch des VIP Bereiches bei einem Bundesligaspiel gewann. Der FC Ruthe wurde von 13.000 teilnehmenden Vereinen bundesweit sechster und sammelte über 74.000 Deckel, deren jeweiliger Code in die Aktion eingegeben werden musste. „Ich bedanke mich dabei auch an Steffi Stock, die allein 9.000 Codes (12-Stellig) abgearbeitet hat“, so Günther. Desweiteren wurden Ingo Klopsch zum „Spieler des Jahres“ in der Tischtennissparte gekürt, sowie Lutz Kirchhoff für 20 jährige Mitgliedschaft und Christopf Haferland für 30jährige Mitgliedschaft.

Neben der Bekanntgabe von einigen Veranstaltungen wie das Osterfeuer (20. April), das der FC Ruthe erstmals allein ausrichten werde und dem Kindergartenturnier (28. Mai), verwies Walter Drescher auf den „Kick-off“- Termin beim REWE am 27. April. Ab diesem Zeitpunkt kann das neue Stickeralbum des FC Ruthe bei beiden Sarstedter Märkten erworben werden.

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