Pressebericht der Hildesheimer vom 09.11.2005

Die Wogen schlagen auf dem Fußballplatz richtig hoch

FSV kritisiert Vereinbarung zum Sportplatz rechts der Ruther Straße / FC-Ruthe-Chef Walter Drescher: „Wir machen die ganze Arbeit für die anderen“

Sarstedt (sky). Der Sportplatz rechts der Ruther Straße scheint vermintes Gelände zu sein: Schon wieder schlagen die Wogen hoch. Beim FSV-Vereinsfrühschoppen hagelte es Kritik gegen die Nutzung durch den FC Ruthe. Unter anderem wurde der Vorwurf laut, die Ruther seien von ihrem Angebot zurückgetreten, die Rasenpflege zu übernehmen, teilt FSV-Vorsitzender Peter Glaser in einer Presseerklärung mit.
„alles Unsinn“, kontert Walter Drescher, Vorsitzender des FC Ruthe: „Wir haben mit der Verwaltung und den anderen Vereinen eine klare Vereinbarung. Und daran halten wir uns auch.“
Die Ruther Fußballer hatten bei der Stadt beantragt, den Platz rechts der Ruther Straße in ihre Pflegeobhut zu nehmen und ihn im Gegenzug für ihre sportlichen Aktivitäten zu nutzen. Gewährleistet werden soll dabei aber auch, dass die anderen Sportvereine und die Sarstedter Schulen weiterhin das Gelände nutzen können.
Die FSV habe nun das Problem, mit ihren drei Herren- und zwölf Jugendmannschaften bis zum Frühjahr 2007 zunächst auf einen zweiten Sportplatz verzichten zu müssen. Der so genannte B-Platz links der Ruther Straße wird in dem Zeitraum zu einem Hartplatz umgebaut.
„So muss die FSV 2006 ihre Punktspiele auch weiterhin rechts der Ruther Straße austragen“, teilt Glaser mit. Der Verein sei zu Beginn der Gespräche mit dem FC Ruthe im Jahr 2004 davon ausgegangen, durchgehend auf beiden Plätzen links der Straße spielen zu können.
Die Wogen schlugen richtig hoch, als mitgeteilt wurde, der FC „würde seine Zusage zur Rasenpflege rückgängig machen“ mit der Begründung: „Die anderen Vereine pflegen ihren Rasen auch nicht selbst.“ Vorstandssprecher Kurt Woyzechowski von der FSV befürchtete, vom FC „über den Tisch gezogen zu sein“. Peter Glaser betonte in der Sitzung, dass seiner Kenntnis nach, der Ruther Verein wie vereinbart die Sportanlage auch weiterhin den anderen Nutzern zur Verfügung stellen würde.
„Selbstverständlich“, reagierte FC-Ruthe-Vorsitzender Walter Drescher, als er von den neuerlichen Vorwürfen hörte. Gegenüber dem Sarstedter Anzeiger stellte er klar, dass sich sein Verein an alle Vereinbarungen halten würde: „In die ganzen Gespräche mischen sich Leute ein, die keine Ahnung davon haben, worüber hier gesprochen wird.“ Alle, die den Platz bisher genutzt hätten, können ihn weiter nutzen: „Daran ändert sich gar nichts.“ Der FC Ruthe würde sogar seine Trainingszeiten „drumherum legen“, um das möglich zu machen. Drescher kann aber den ganzen Wirbel über den Platz nicht nachvollziehen, weil er sowieso nicht mehr in vollem Ausmaß genutzt wurde. Die Rasenfläche sei nicht mehr bespielbar gewesen. Außerdem sei der Gebäudebestand, insbesondere die Duschen, in einem katastrophalen Zustand.
„Wir machen die ganze Arbeit, kaufen das Material auf unsere Kosten und investieren unsere private Zeit, damit auch die anderen den Platz optimal nutzen können“, sagt Drescher. Aber Hilfe von den anderen sei bisher noch nicht angeboten worden. Für einen kleinen Verein sei das eine heftige Investition. Auch eine Flutlichtanlage sei geplant: „Die finanzieren wir selbst, dafür gehe ich nicht bei der Stadt betteln.“
300 Arbeitsstunden haben die FC-Sportler und ihre Angehörigen bereits in die Runderneuerung des Platzes investiert, 30 Kubikmeter Erde wurden bewegt, um Maulwurfslöcher zu beseitigen und den Platz einzuebnen, zählt Walter Drescher auf: „Wir kümmern uns um die komplette Pflege.“ Das Einzige sei, dass der städtische Rasenmäher, wenn er schon den Nachbarplatz mähe, seine Runden auch über den von Ruthe in Stand gesetzten Platz drehen soll: „Das dauert eine halbe Stunde.“
Am kommenden Donnerstag wird die Gesprächsrunde über das Thema Sportplätze mit den Vereinen und der Verwaltung im Rathaus fortgesetzt.

Nachfolgend zu diesem Artikel gab der 1. Vorsitzende Walter Drescher der Zeitung noch folgende Mitteilung:

Kraftakt beim FC Ruthe

Sarstedt (akr). Sportler gehen zuweilen an ihre Grenzen, um wahre Höchstleistungen zu vollbringen. Der FC Ruthe arbeitet nicht nur mit voller Kraft an seinem neuen Sportplatz rechts der Ruther Straße, sondern will auch am Sonnabend, 10. Dezember, sein Jubiläum begehen. 25 Jahre wird der Fußballverein alt und feiert das auf dem Lehr- und Forschungsgut in Ruthe.
„Dabei haben wir noch viel Arbeit auf dem Sportplatz“, erzählt der FC-Vorsitzende Walter Drescher. Neben der Rasendüngung gehören auch die Arbeiten im Sanitärbereich, an der Heizung und die Dämmung der Umkleiden dazu. Ehrenamtlich legen sich die Mitglieder dafür kräftig ins Zeug. „Das machen wir für uns und die anderen, die den Platz künftig mitnutzen“, so Drescher.
Auch eine Flutlichtanlage soll der Platz nach Wünschen des FC bekommen. Die ist allerdings teuer. „Wir versuchen, einen großen Teil des Geldes selbst aufzubringen“, sagt Drescher. Mit Unterstützung der Stadt hofft er, im Jahr 2007 Licht auf den neuen Platz bringen zu können.

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